Artikel aus LATent 2001

Zeltstadthopping

Ferienanfang und noch über 3 Wochen keine OZ in Sicht - Was tun?

Na, gehörst Du auch zu denen, die sich diese Frage öfter stellen. Du hängst schon so dran, daß Du Dir ohne OZ ganz verloren vorkommst??

Wie wär's denn dann mit Zeltstadt-Hopping? Die Zeltstädte sprießen wie die Pilze aus dem Boden und haben alle verschiedene Längen und Anfangszeiten. Da gibt's Beispiel ganz arme, die Starten in der ersten Woche und haben auch nur diese! Die müßen danach dann sehen, wie sie mit den 5 Wochen "Normalo"-Ferien klarkommen. Zum Beispiel direkt nach der Zeltstadt 2 Wochen mit Mama & Papa in ein Nobelhotel auf Mallorca - DAS ist Zivilisationsschock!!!

Es waren ja schon oft kleine Besuchergruppen mal in der ein- oder anderen OZ schauen, wie's da so ist. Aber es hat nun schon länger keine Berichte mehr darüber in der LaTent gegeben. Das soll sich hiermit ändern!

Zwar hab' ich keine Lust, während unserer OZ diese auch nur für 5 Minuten zu verlassen - aber VORHER, da is' ja auch schon 'ne Menge los!

Solingen: 7.-14.7. (Grevenbroich: 3.-12.8.)
Kaarst: 10.-17.7. (Leverkusen: 3.-16.8.)
Euskirchen: 11.-18.7. BERGHEIM: 1.-17.8.!!!!!

Wir haben die SOLINGER besucht:

Die Solinger sind dieses Jahr in ihrem 3.ten Jahr und es klappt schon wirklich gut. Die Besucherzahlen steigen merklich und jedes Jahr werden mehr Freunde mitgebracht.

Der Platz: ist ziemlich genial. Die Solinger lagern in einem alten Freibad (ohne Wasser, leider). Das Gelände ist ziemlich groß. Ein paar alte Gebäude stehen da noch rum, so daß auch der diesjährige Regen nicht so tragisch war. Ein Teil ist ein großes Vordach, was sozusagen die Kneipe ersetzt - macht sich gar nicht schlecht. Die Küche ist im Gebäude und die ehemaligen Duschräume sind verfügbar - das Wasser kommt aber auch dort aus einer SOLARDUSCHE (wir werden dem Robert mal davon berichten). Weil da genug Platz ist, kann da auch das Volleyball-Netz und der Basketball-Korb die ganze Woche aufgebaut bleiben. Die Wohnzelte haben auch ohne Ende Platz: Stell Dir vor, du kommst aus dem Zelt und trittst nicht sofort auf Deinen Nachbarn....

Nur das Lagerfeuer ist viel kleiner! Das muß sich nämlich in einen alten Schwimmbad-Papierkorb (Feuertonne) zwängen, weil's weder den Rasen noch den Asphalt betreten darf.

Die Ankunft: von uns als Besucher ist natürlich anders, als bei uns. Man kommt an und wird sofort als Außenstehend erkannt. Da das alte Freibad von einem Zaun (irgendwo hinten im Wald) und nicht von Rad- und Spazierwegen umgeben ist, gibtís dort viel weniger "Laufpublikum" (sicher nett, wenn einem nicht jeder durch's Wohnzimmer spaziert aber natürlich schwieriger, um bekannt zu werden). Aber obwohl man so auffällig da rumläuft klebt nicht nach 5 Minuten ein Teamer an einem - na sowas!!! Dabei haben wir uns große Mühe gegeben, so auszusehen, als wollten wir "bespaßt" werden. Die Teamer sind da auch nicht gekennzeichnet - die Teilnehmer auch nicht. (Wir haben dann die Teamer daran erkannt, daß sie sich mehr bewegt haben als alle anderen).

Wir sind total nett aufgenommen worden und haben viel über beide Zeltstädte ausgetauscht. Während dessen lief im Hintergrund wirklich gute Musik.

Die Z-Gruppe: startet in Solingen mit 14 Jahren und da die Solinger grade erst 2 Jahre alt sind, treffen sie diese auch sehr gut.

Das OZ-Gefühl: scheint dort ähnlich zu sein, wie unseres. Das hat uns sehr beeindruckt. Wir sprachen offenbar die gleiche Sprache und hatten ähnliche Gedanken - DAS HAT UNS AM ALLERBESTEN GEFALLEN.

(Besuchsgruppe: Ingo, Ralph, Börco)

Dann haben wir eines schönen Sonntags die EUSKIRCHENER besucht

Die sind zunächst mal schwer zu finden. An der Autobahnabfahrt hängt noch ein Schild, danach zwar an jedem zweiten Laternenpfahl ein Plakat, aber keine Pfeile mehr. Zum Glück wissen aber die Anwohner gut Bescheid.

Die Euskirchener haben einen riesig großen (hellen, und auch nicht wirklich schattigen) Platz mit viel Laufpublikum.

Am Eingang besonders beeindruckend fand ich den Fahrradständer-Baumstamm.

Dann wurden wir auch sofort herzlich vom Ludger begrüßt (der Pfarrer vom Pappnas-Daach, Ihr erinnert Euch sicher). Kurz drauf auch von der Elke (die das Plakat '01 gemalt hat) und uns vermutlich von der Plakatauswahl kannte. Und dann noch vom Ralph, dem Euskirchener Koch, der uns wohl so kennt (von Bergheim, nehm ich an).

Mit allen haben wir lange gequatscht und auch viel Infos ausgetauscht.

Die Euskirchener haben 98 gestartet und der Platz ist gut besucht. Da das Villenviertel mehr Platz hat, ist es hier aber nicht so eng, wie bei uns. Auch in Euskirchen kann das Volleyballnetz hängen bleiben. Zudem hatten die für die Sonntags-Familienbespaßung noch Platz für eine dicke Hüpfburg (an der wir dank Corinna auch was länger festhingen und dabei feststellten, daß die Euskirchener mindestens 2 Teamer mit Kindern haben). Regen Zulauf findet auch die Kletterwand.

Das Lagerfeuer ist mindestens so groß wie unsers. Wer sich an Ludger erinnert, kann sich denken, warum das so ist - Feuerteufelchen als Pfarrer!

Neben dem OZ-Platz gibt es noch 'nen klasse familientauglichen Abenteuerspielplatz. Das hat natürlich Corinna sehr interessiert. Ansonsten ist der aber auch noch ganz nett, zum abhängen (wer's braucht).

Küche macht in Euskirchen der Ralph und das ist auch ein dickes Lob wert. Pizza und Chili waren hervorragend. Eigenes Geschirr und Spülen braucht man auch nicht, der Platz ist groß genug für nen Wagen mit Spülmaschinen.

Die Musik dort ist nicht nur gut, sie wird auch noch richtig in Euskirchen ausgestrahlt. Na, das ist doch mal was!

Getroffen haben wir dann noch den Andy, Schobbe und Doris.

(Besuchsgruppe: Börco)

 

 

Als nächstes haben wir uns mal einen ganz kurzen Weg gegönnt und sind zu den ganz "neuen" Dormagenern gefahren.

Wir waren zunächst reichlich skeptisch, weil die nämlich auf einem Schützenplatz beheimatet sind, und dieser direkt an zwei großen Hauptstrassen gelegen ist. Naja, immerhin kann man diesen leicht finden, denn auch hier ließ die Beschilderung zu wünschen übrig (man muß auch erstmal drauf kommen, daß deren Plakat schwarz statt gelb ist und ganz anders aussieht). Aber Wegweiser waren nicht dran...

Dann aber überrascht der Platz mit seinem "Hinterland", daß die nahegelegene Polizeiwache großzügig mit Bäumen abschottet. Auch hier ist wieder Platz auf dem Platz. Die Zielschieben vom Bogenschießen standen auf einer extra-Wiese immernoch aufgebaut und am Rande des Platzes war genug Möglichkeit, eine Ballanlage für's Baseball aufzubauen. Uns "alte ganz draußen Zelties" hat des große Schützenhaus etwas verwirrt. Aber grade bei Regen mag es Vorteile haben. Drinnen spielte am frühen Samstag Morgen eine nette Live-Band (leider vor fast leerem Raum).

Vor der Bühne ergab sich kurz die Gelegenheit für uns, mit einem "Neuteamer" (ex. Besucher) der Kaarster zu sprechen. Auch hier fand ich persönlich sehr erfreulich zu hören: es gibt Teamer mit Kindern. Die Kaarster werden wir wohl nicht besuchen, die laufen nämlich mit uns parallel. Aber wir haben mal deren Programm zum stöbern mitgenommen.

Die Dormagener hatten dieses Jahr ihr allererstes Jahr. Das merkte man denen aber gar nicht an. Sie verzeichneten auch durchweg stolze 30 Gäste, am ersten Konzertabend gar 150 - das ist wirklich viel!

Etwas irritiert waren wir dann gegen Mittag wieder, als die Hausherren (die Schützen) ausgerechnet während laufender Zeltstadt am Ende des Platzes (im Villenviertel) ihren Vogelschuß austragen mußten - aber wirklich gestört haben sie nicht.

Außerdem wurden wir durch das Mittagessen abgelenkt - das extra angeliefert wird. Komischerweiste gab's auch hier keine Essensschlange....

Besonders fasziniert waren wir noch vom Kirchenzelt. Auch eines dieser neuen schwarzen, die wir schon bei den Solingern und Euskirchenern als "Oase" gefunden hatten. Nur standen hier gleich 3 davon, eines davon extra hoch - und alle drei kuschelig verbunden. Schon nett!

Ach-ja: empfangen worden waren wir auch direkt bei Ankunft. Am Eingang steht direkt die Infobude (die bei Konzerten gleichzeitig die Kasse ist und Eintritt kassiert). Als nächstes wurden wir vom Pfarrer per Handschlag begrüßt und den Menschen vom Jugendamt vorgestellt. So konnten wir ein bischen plaudern. Zum Ausgleich plauderte dann während es Mittagessens die Neusser Presse mit uns, die ganz glücklich war, auch etwas zeltstadtübergreifendes abfragen zu können.

Wir haben in Dormagen auf der großen grünen Wiese dann den ganzen Tag abgehangen ("und was ist das da drüben jetzt?" - "Abhängen"!) und mal ein bischen für schönes Wetter gesorgt.

(Besuchsgruppe: Bina, Ingo, Börco)

Braucht dieser Artikel ein Fazit? Nein, eigentlich finde ich, jeder kann sich selber ein Bild daraus machen. Wir finden jedoch, auch die anderen Zeltstädte haben sich schick rausgemacht und auch dort kann man sich wohlfühlen. Vieles vom Zeltstadt-Gefühl scheint übergreifend zu sein.

Jede Zeltstadt gewinnt natürlich einen großen Teil ihrer Individualität mit dem Platz, auf dem sie stattfindet. Dabei hinterlassen feste Gebäude einen anderen Eindruck als ganz freie Flächen. Das gilt im übrigen auch für Spülmaschinen.

Besonders aufgefallen ist uns, daß unsere Küche in jedem Falle ganz besonders heftige, "frische" Arbeit leistet - das sollte hier lobend erwähnt werden!

Unser Programm erscheint mir ein bischen dicker, was mir persönlich wichtig ist.

Dafür ist unser Platz wohl der kleinste (und mittlerweile leider nicht mehr der Schattigeste, dieser Preis dürfte mittlerweile an die Solinger gehen). Wobei in diesem kleinen Rund vermutlich anders auf "Kontakt" gelebt wird. Vielleicht ist das einfacher, als wenn man die Teilnehmer am "anderen Ende" der Wiese nie zu Gesicht bekommt. Ich find's kuschelig hier!

Und natürlich: sind wir die "Echte".... Naja, die ursprüngliche!